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Die Petroleumlampenbrenner wurden und werden heute noch in vielen Formen hergestellt. Leider erreicht die Qualität der neueren Brenner selten mehr diese der früheren Fabrikation. Petroleumbrenner sind hochpräzise Instrumente, und die Toleranzen eines guten Brenners bewegen sich im Bereich von Zehntelmilimetern. Entgegen der häufigen Meinung riechen und russen Petroleumlampen nicht, wenn die Brenner mit richtigem Docht und Zylinder betrieben werden. Leider sieht man immer wieder in Antiquitätenläden oder auf Flohmärkten Lampen, die nicht richtig zusammengestellt wurden und den unbedarften Käufer mit ihrem zickigen Gebaren in den Wahnsinn treiben.
Ein weiteres Vorurteil ist auch häufig zu hören: Petroleumlampen geben nur trübes Licht. Auch dem muss ich widersprechen. Viele Besucher halten die Triumphlampe über unserem Esstisch für eine elektrische Lampe, weil sie so hell scheint. Ebenso manche meiner Tischlampen, welche die Helligkeit einer 40 - 60 Watt Glühbirne spielend erreichen. Andererseits ist unsere Zivilisation heutzutage so mit (elektrischem) Licht überflutet, dass das weiche Licht einer Petroleumlampe den Augen unwahrscheinlich gut tut. Nebenbei bemerkt: Ich machte letztens einen Vergleich zwischen der 50'" Riesen-Monstre-Lampe und einer Geniol 150 mit 150 Kerzenstärken, vergleichbar mit einer 100Watt-Glühbirne. Die Dochtlampe gewann. Und DIE brennt lautlos. Ich konnte es selbst kaum glauben... Aber nun genug gelabert! Hier sind die verschiedenen Brennertypen mit ein paar speziellen Exponaten und Flammenformen.
Man kann der Einfachheit halber zwischen fünf Grundformen unterscheiden:
| Brenner mit Runddocht | Brenner mit Flachdocht | Rundbrenner oder Kosmosbrenner | Rundbrenner mit Brandscheibe | Zentralluftzuglampen | 
Dies ist die einfachste Brennerkonstruktion, bei der ein Einfacher Runddocht zum Einsatz kommt. Der Brenner wird vor allem bei Miniatur-, Puppenstuben- und Spielzeuglampen verbaut und hat den Ruf des Kitsches, der nicht ganz gerechtfertigt ist. Von dieser Brennerart gibt es durchaus auch hochwertige Varianten. | 
Die Flachbrenner stellen die ursprüngliche Variante der Petroleumbrenner dar. Sie wurden zwischen 1855 und 1860 von Wiener Lampenfabrikanten für Amerikanische Kunden entwickelt und danach in aller Welt millionenfach hergestellt. Diese Brenner benötigen einen Wiener- oder Bauchzylinder. | 
In den 1870er Jahren von Wild & Wessel in Berlin entwickelt bietet der Kosmosbrenner im Vergleich zum Flachbrenner eine viel höhere Lichtausbeute bei gleichzeitig ruhigerer Flamme. Im Kosmosbrenner wird ein herkömmlicher Flachdocht zu einem Runddocht zusammengerollt. Die Flamme wird dadurch schlauchförmig und durch den beschleunigten Luftstrom des Kniffzylinders in die Länge gezogen.
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Die Flammscheiben-brenner sind eine Weiterentwicklung der Kosmosbrenner. Auf das innere Brandrohr wurde eine Scheibe gesteckt, welche die Flamme in die Breite drückt und deren Oberfläche vergrössert. Die aufwendigeren Brenner besitzen zudem noch eine Dochthebegarnitur, damit die breiten Dochte gleichmässig der Flamme zugeführt werden. Es gibt viele verschiedene Patente, das bekannteste im deutschen Sprachraum stammt von Ehrich und Graetz, Berlin: Der Matadorbrenner. Dieser wurde Ende des 19. Jahrhunderts patentiert und wird auch heute noch in leicht abgeänderter Form produziert. | 
Die meisten Sammler schlagen die Zentralluftzulampen zu den Brandscheibenbrennern, aber das ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig. Die meisten ZLL besitzen zwar eine Brandscheibe, aber das innenleben der Brenner unterscheidet sich in mehreren Punkten. So benutzt man in einer ZLL einen Schlauchdocht, das innere Brandrohr geht durch das Bassin hindurch und führt die primäre Verbrennungsluft der Flamme direkt zu. Gleichzeitig dient das Rohr als Verlängerung des Zylinders, was den Kamineffekt und die Verbrennung verbessert; die Flamme wird heller. Die Zentralluftzuglampen trifft man als Hänge- und Stehlampen an.
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Exponate:
Mars - Brenner 18'", Carl Rakenius, Berlin
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Der Marsbrenner gehört zu den frühen Exemplaren eines Flammscheibenbrenners. Die sehr kleine Brandscheibe sitzt hoch auf einem Pin. Das deutet auf einen Knickzylinder. Durch die Brandscheibe wird der Luftzug im Zylinder beschleunigt, die Flamme brennt viel heller als in einem vergleichbaren Kosmosbrenner. | 
Durch den grossen Luftdurchsatz ist der Brenner aber auch in der Handhabung nicht ganz problemlos. So ist die Differenz zwischen optimalem Leuchtergebnis und unkontrolliertem hochbrennen sehr klein, weniger als eine achtel Umdrehung des Dochtschlüsselrades. Bedingt durch das fehlen einer Dochthebegarnitur stellt es sich als sehr schwierig heraus, den Docht (20'") sauber zu beschneiden. Mittlerweile brennt aber die Flamme schon acht Zentimeter hoch, ohne zu russen.
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Dieser Brenner wird im Verzeichnis deutscher Petroleum-Lampen-Brenner von 1889 auf Seite 11 erwähnt.
Sebastian - Brenner 15'" von Schwintzer & Gräff, Berlin
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Die Sebastian - Brenner gab es in den Grössen 15'" und 20'". Sie besitzen eine mittelgrosse Brandscheibe und benötigen einen geraden Zylinder, wie z. B. die Adonis - Brenner von HASAG. Bei diesen Brennern handelt es sich um sogenannte Weisslichtbrenner, welche dank eines grossen Luftüberschusses, bedingt durch die Konstruktion, eine sehr weisse Flamme erzeugen. Die Helligkeit ist überproportional zur Grösse des Brenners, sie entspricht der eines 20'" Flammscheibenbrenners. Durch Weiterentwicklung dieser Brennerart entstanden später die Blaubrenner, welche dann in den Glühlichtern zum Einsatz kamen. |  |
Matadorbrenner 30'" von Ehrich und Graetz, Berlin
Hierbei handelt es sich um den schon oben erwähnten Matadorbrenner von E&G, allerdings in der doch ziemlich seltenen 30'" Version. Der Brenner ist sehr gross und sehr durstig, aber auch ziemlich hell und warm. Er verfügt über eine Dochthebegarnitur, was das Einstellen sehr vereinfacht. Etwas besonderes ist die Vorwärmzeit: Je nach Wetter bis zu 35 Minuten! Ich betreibe den Brenner mit einem Blitzlampenzylinder, welcher den Luftzug noch ein wenig verbessert. Hier ist der Brenner am aufwärmen. Die Galerie ist sehr stark durchbrochen, was die Luftzufuhr verbessert. Im direkten Vergleich ist aber eine 20'" Zentralluftzuglampe einiges heller...
Sonnenbrenner 15'", Gebrüder Brünner, Wien und Sonnenbrenner 18'", R. Ditmar, Wien
Die Sonnenbrenner sind ein klassisches Beispiel für Brenner mit Knickzylinder. Links der 15'" der Gebrüder Brünner, rechts der 18'" von Ditmar.
Beide Brenner brannten noch nicht sehr viele Stunden und sind in einem sehr guten Zustand.
Hier ist der 15'" zerlegt. Im gegensatz zum grösseren benötigt er nur einen Docht, der mit einer sehr ausgeklügelten Hebevorrichtung bewegt wird. er ist sehr zierlich, und trotzdem sehr schwer. Der Brenner ist für einen 39,5mm - Vasenring ausgelegt.
Der 18'" benötigt einen Saug- und einen Branddocht. Der Saugdocht befördert das Petroleum in das Brandrohr, in diesem wird es vom Branddocht durch Öffnungen in der Hebegarnitur aufgenommen. Das erscheint dem Betrachter zuerst als nicht ganz logisch und rationell, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Der Saugdocht ist materialmässig aufs Saugverhalten optimiert, der Branddocht aufs Brandverhalten. Bei diesem Brenner kann man sogar das DSR demontieren und die Hebegarnitur schmerzlos ausbauen. Der Qualität diese Brenners ist unbeschreiblich gut. Dieser Brenner benötigt einen Vasenring mit 49mm Durchmesser.
Zu beiden Brennern fehlen mir die Zylinder. Ich habe aber nun die Möglichkeit, diese nachfertigen zu lassen. Hoffentlich kann ich an dieser Stelle bald mehr Bilder einstellen...
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